{"id":301,"date":"2018-06-18T18:04:48","date_gmt":"2018-06-18T16:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/?p=301"},"modified":"2018-07-02T17:37:20","modified_gmt":"2018-07-02T15:37:20","slug":"34-bericht-28-mai-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/2018\/06\/18\/34-bericht-28-mai-2018\/","title":{"rendered":"Bericht 34. Sitzung &#8211; 28. Mai 2018"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Thema: Fahndung nach dem untergetauchten Nazitrio<\/li>\n<li><a href=\"#sche\">Zeuge Rolf Scheibe<\/a>, pensionierter Polizeibeamter, LKA Sachsen<\/li>\n<li><a href=\"#hoeh\">Zeuge Volker H\u00f6hne<\/a>, pensionierter Polizeibeamter, LKA Sachsen<\/li>\n<li><a href=\"#schm\">Heiko Schmiedel<\/a>, Polizeibeamter, ehemals Leiter des Dezernats Staatsschutz in Chemnitz<\/li>\n<\/ul>\n<p id=\"sche\">Der Zeuge Rolf Scheibe hat Werkzeugmacher gelernt, nach dieser Ausbildung sei er dann zur Kriminalpolizei gegangen. Sp\u00e4ter, von 1993 bis 2005, habe er das Dezernat Auswertung im Bereich Organisierte Kriminalit\u00e4t (OK) beim Landeskriminalamt (LKA) Sachsen geleitet. Anschlie\u00dfend, bis 2009, sei er dort stellvertretender Leiter gewesen.<\/p>\n<p>Scheibe erkl\u00e4rt mit Hinweis darauf, dass die Ereignisse \u00bbmehr als zehn Jahre zur\u00fcck liegen\u00ab, dass seine \u00bbDetailerinnerungen\u00ab eingeschr\u00e4nkt seien. Er sei als Leiter des Dezernats Auswertung vor allem f\u00fcr die Pr\u00fcfung und die Bearbeitung von Erkenntnisanfragen zust\u00e4ndig gewesen. T\u00e4glich habe es \u00bbzwischen 50 und 70 Fernschreiben\u00ab gegeben, die bearbeitet werden mussten. Ziel sei gewesen, Delikte aus dem OK-Bereich zu erkennen, zu analysieren und m\u00f6gliche Schwerpunkte in Sachsen auszumachen. Er selbst sei in dieser Funktion im wesentlichen in der Dienststelle und nur \u00bbin Ausnahmef\u00e4llen\u00ab vor Ort gewesen.<\/p>\n<h4>\u00bbEin stabiler Ansprechpartner\u00ab f\u00fcr die BAO \u00bbBosporus\u00ab<\/h4>\n<p>Um 2005 und 2006 habe man f\u00fcr die Besondere Aufbauorganisation (BAO) \u00bbBosporus\u00ab der Kripo N\u00fcrnberg und die Ermittlungsgruppe (EG) \u00bbCeska\u00ab des Bundeskriminalamts (BKA) \u00bbzahlreiche Anfragen gepr\u00fcft und beantwortet\u00ab. BAO und EG h\u00e4tten in der bekannten bundesweiten Mordserie, \u00bbgenannt die D\u00f6nermorde\u00ab ermittelt, erkl\u00e4rt Scheibe. Sein Dezernat OK habe \u00bbdie zentrale Koordinierung\u00ab \u00fcbernommen, weil die BAO \u00bbeinen stabilen Ansprechpartner haben und nicht mit zehn bis 15 Dienststellen sprechen wollte\u00ab. In Sachsen selbst habe es keinen Tatort gegeben, deswegen habe die Zust\u00e4ndigkeit nicht in Sachsen gelegen, sondern immer bei der BAO. Dementsprechend sei man den Vorgaben der BAO gefolgt. In einem Schreiben des BKA habe etwa gestanden, die Opfer seien Mitglieder einer kriminellen Vereinigung, erl\u00e4utert Scheibe. In einer anderen Mitteilung sei formuliert worden, dass die M\u00f6glichkeit bestehe, es handele sich um Auftragsmorde, der Hintergrund k\u00f6nnten Rauschgiftgesch\u00e4fte sein.<\/p>\n<p>Scheibe berichtet, die BAO habe angefragt zu Bezugspersonen, Telefonanschl\u00fcssen und den entsprechenden Inhabern, t\u00fcrkischen Unternehmen, Verbindungspersonen, Waffenh\u00e4ndlern. Das BKA habe auch eine angebliche \u00bbT\u00fcrkische Hizbullah\u00ab ins Spiel gebracht. Zu der h\u00e4tten aber beim LKA Sachsen gar keine eigenen Erkenntnisse vorgelegen, auch ein m\u00f6gliche Zelle der Gruppierung in Leipzig sei nicht bekannt gewesen. Au\u00dferdem sei ein anonymes Schreiben Thema zwischen den Beh\u00f6rden gewesen und das Dezernat OK habe \u00bbin eigener Motivation\u00ab Auswertungen vorgenommen, was f\u00fcr Gruppierungen in Sachsen in Frage kommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h4>Ceska-Morde? Organisierte Kriminalit\u00e4t!<\/h4>\n<p>Weiterhin habe es am 12. M\u00e4rz 2007 ein Treffen beim LKA gegeben, eine Art \u00bbInfo-Veranstaltung\u00ab. Das sei \u00bbdurch den F\u00fchrungsstab des LKA ins Leben gerufen\u00ab worden. Eingeladen waren Vertreter der Stabsbereiche der Polizeidirektionen und der LKA-Fachdienste. Es habe mehrere Referenten gegeben, darunter \u00bbniemand aus Sachsen\u00ab, so Scheibe. Im Mittelpunkt habe der aktuelle Ermittlungsstand der BAO \u00bbBosporus\u00ab gestanden. Au\u00dferdem seien \u00bbpers\u00f6nliche Absprachen unter Einbeziehung des Staatsschutzes\u00ab getroffen worden. Scheibe erkl\u00e4rt, er habe selbst daran teilgenommen. Er sei aber davon ausgegangen, \u00bbdass die Mordserie im OK-Bereich liegt\u00ab.<\/p>\n<p>Die stellvertretende Ausschussvorsitzende K\u00f6ditz fragt den Ermittler nach einem Fernschreiben vom 11. April 2006. Darin wird f\u00fcnf Tage nach dem Mord an Halit Yozgat in Kassel der Sachverhalt zur Kenntnisnahme \u00fcbermittelt. Auf Nachfrage, warum im Verteiler des Fernschreiben das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (LfV) Sachsen auftaucht, erkl\u00e4rt Scheibe, dazu wisse er nichts, weil er den Verteiler nicht aufgesetzt habe. In jeder Dienststelle g\u00e4be es einen \u00bbFernschreibenrechner\u00ab, \u00bbder Erste, der das bekommt, entscheidet, wie damit umgegangen wird\u00ab, so der ehemalige LKA-Beamte weiter. Wer beim fraglichen Fernschreiben Erstbearbeiter gewesen sei, k\u00f6nne er so nicht sagen. Dass im Mordfall in Kassel ein LfV-Mitarbeiter aus Hessen unter Tatverdacht stand, sei Scheibe nicht bekannt gewesen. Er erkl\u00e4rt aber: \u00bbSchwere Straftaten m\u00fcssen geteilt werden.\u00ab<\/p>\n<h4>\u00bbT\u00e4ter m\u00e4nnlich, mit hoher Wahrscheinlichkeit Ausl\u00e4nder\u00ab<\/h4>\n<p>Ein n\u00e4chstes vorgelegtes Fernschreiben vom 18. April 2006 zur gleichen Tat enth\u00e4lt eine T\u00e4terbeschreibung: \u00bbT\u00e4ter m\u00e4nnlich, mit hoher Wahrscheinlichkeit Ausl\u00e4nder\u00ab. Scheibe wird gefragt, ob es eine M\u00f6glichkeit gibt, hier nachzufragen, woher diese T\u00e4terbeschreibung kommt. Der Zeuge erkl\u00e4rt, man k\u00f6nne schon nachfragen, ob er das gemacht habe, k\u00f6nne er aber nicht erinnern. Er gehe davon aus, dass die Informationen aus den Fachdienststellen in M\u00fcnchen gekommen seien.<\/p>\n<p>Die stellvertretende Ausschussvorsitzende fragt auch, warum das LKA Sachsen ausschlie\u00dflich Personen \u00fcberpr\u00fcft habe, die in der T\u00fcrkei geboren wurden. Scheibe antwortet, dass in den entsprechenden Anfragen \u00bbdieser Bereich favorisiert\u00ab worden sei. Er selbst habe kein Ermittlungsverfahren gef\u00fchrt und m\u00fcsse daher darauf vertrauen, dass die Informationen richtig sind . Informationen mit Hinweisen auf einen anderen Tathintergrund au\u00dferhalb des Bereichs \u00bbOrganisierte Kriminalit\u00e4t\u00ab h\u00e4tten nicht vorgelegen. Der Aussage entgegen steht ein Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2008, der den LKA-Ermittlern per E-Mail zugegangen ist. Darin wurde unter anderem auch ein rechtes Tatmotiv f\u00fcr die Mordserie vermutet.<\/p>\n<h4>B\u00fcrgerinitiative gegen die Islamisierung Deutschlands?<\/h4>\n<p>Dem Zeugen wird ein anonymes Schreiben einer \u00bbB\u00fcrgerinitiative gegen die Islamisierung Deutschlands durch Unterwanderung\u00ab vorgelegt, dass im April 2006 beim Polizeirevier Dresden-Cotta eingegangen sei. Nach der Inaugenscheinnahme erkl\u00e4rt Scheibe, dass das Schreiben \u00bbbei uns nachrichtlich aufgeschlagen\u00ab sei, der Staatsschutz Dresden habe das damals zugesandt. Man habe die genannte Institution \u00bb\u00fcberpr\u00fcft\u00ab, es h\u00e4tten aber keine Erkenntnisse vorgelegen. Veranlassung, nach einen Einzelt\u00e4ter zu suchen, habe es nicht gegeben. Der Gedanke, dass die Taten im Zusammenhang mit Organisierter Kriminalit\u00e4t stehen, sei \u00bbimmer dominant\u00ab gewesen. Das Schreiben selbst sei aber auch an die BAO \u00bbBosporus\u00ab weitergeleitet worden.<\/p>\n<p>Nach etwa 50 Minuten endet die Befragung.<\/p>\n<h4 id=\"hoeh\">Volker H\u00f6hne: \u00bbSehr erstaunt\u00ab \u00fcber die Ladung<\/h4>\n<p>Zweiter Zeuge in der heutigen Sitzung ist Volker H\u00f6hne. Der ehemalige Leiter der Abteilung 7 des LKA Sachsen sei \u00bberstmal sehr erstaunt\u00ab gewesen \u00fcber seine Ladung, \u00bbda mich der Sachverhalt im Dienst oder danach nicht ber\u00fchrt hat.\u00ab Er habe erst im November 2011 davon erfahren, entsprechend k\u00f6nne er nichts zu den Fragen im Einsetzungsbeschluss sagen. Als Abteilungsleiter, berichtet H\u00f6hne, sei vor allem mit Personalarbeit und organisatorischen Dingen zwischen den Dezernaten befasst. Mit Fallarbeit sei er nur \u00bbab einem bestimmten Ausma\u00df\u00ab befasst.<\/p>\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rt H\u00f6hne, dass es bei der Abteilung 7 um die \u00bbbesondere Verbrechensbek\u00e4mpfung\u00ab gegangen sei, darunter etwa Organisierter Kriminalit\u00e4t oder Wirtschaftskriminalit\u00e4t. Das Dezernat 71 sei f\u00fcr die Auswertung zust\u00e4ndig gewesen, es habe die Kriminalit\u00e4t im Land beobachtet, um gegebenenfalls Schwerpunkte auszumachen. Es sei nicht prinzipiell f\u00fcr Kontakte zu anderen Bundesl\u00e4ndern zust\u00e4ndig, erl\u00e4utert H\u00f6hne auf Nachfrage: \u00bbDas kommt auf den Sachverhalt an.\u00ab Anfragen \u00bblaufen beim Pr\u00e4sident auf\u00ab und w\u00fcrden dann an das zust\u00e4ndige Dezernat weitergegeben. Es k\u00f6nne sein, dass die BAO Bosporus mit dem Dezernat 71 in Kontakt gestanden habe.<\/p>\n<h4>Rechtsextremismus: Nicht in den Sinn gekommen<\/h4>\n<p>An die BAO k\u00f6nne er sich aber nur \u00bbschwach\u00ab erinnern. Aber \u00bbnat\u00fcrlich\u00ab habe die Ceska-Mordserie eine Rolle gespielt, \u00bbman ist davon ausgegangen, dass es Bez\u00fcge zur Organisierten Kriminalit\u00e4t gegeben hat\u00ab, f\u00e4llt H\u00f6hne wieder ein. Das sei die Hypothese gewesen, an andere k\u00f6nne er sich nicht erinnern.<\/p>\n<p>Die Informationsveranstaltung beim LKA zur BAO Bosporus habe es gegeben, er habe daran aber nicht teilgenommen, sondern nur den Konferenzraum bestellt. \u00dcber Details zu den Teilnehmern k\u00f6nne er daher nichts sagen.<\/p>\n<p>H\u00f6hne best\u00e4tigt erst auf Nachfrage und am Ende der Befragung, dass er von 2005 bis 2006 die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz geleitet habe. In diesen Zeitraum haben auch Raub\u00fcberf\u00e4lle des NSU stattgefunden. H\u00f6hne erkl\u00e4rt, ihm sei nicht in den Sinn gekommen, dass die \u00dcberf\u00e4lle etwas mit Rechtsextremismus zu haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Befragung endet nach gut 20 Minuten.<\/p>\n<h4 id=\"schm\">Heiko Schmiedel: Staatsch\u00fctzer in Zwickau<\/h4>\n<p>Dritter Zeuge ist Heiko Schmiedel, der derzeit in Leitungsfunktion beim Polizeirevier Aue arbeitet. Geladen ist er, weil er von Oktober 2001 bis 2004 Sachbearbeiter beim Staatsschutz Chemnitz war und anschlie\u00dfend zur Staatsschutzabteilung der Polizeidirektion S\u00fcdwestsachsen wechselte, die unter anderem f\u00fcr Zwickau zust\u00e4ndig war. Dort war er von Anfang 2005 bis Ende 2006 stellvertretender Dezernatsleiter Staatsschutz, dann sei er nach Aue gewechselt, wo er 2011 die Leitung des Reviers \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Schmiedel erkl\u00e4rt, er habe von 2001 bis 2011 nichts von der Existenz von B\u00f6hnhard, Mundlos und Zsch\u00e4pe wahrgenommen: \u00bbDie Suche ist mir nicht begegnet.\u00ab Jedoch habe er in seiner Staatsschutzt\u00e4tigkeit Kontakt mit Personen gehabt, die heute zum NSU-Umfeld gerechnet werden. Ralf Marschner habe in Zwickau den Last Resort Shop betrieben und dort \u00bbBekleidung und Devotionalien aus dem rechten Szenebereich\u00ab angeboten. Au\u00dferdem sei er bei der Band Westsachsengesocks aktiv gewesen und eine zentrale Figur der Fanszene Zwickau und der Gruppierung Red Kaos gewesen. Bekannt sei au\u00dferdem, so Schmiedel weiter, <a href=\"https:\/\/www.nsu-watch.info\/2014\/10\/protokoll-151-verhandlungstag-16-oktober-2014\/\">Peter Klose<\/a>. In dessen Umfeld h\u00e4tten sich die Freien Kr\u00e4fte Zwickau entwickelt, \u00bbunter anderem mit Gerber, Peschek und [Thomas] Gerlach, die dort als zentrale Figuren f\u00fcr uns eine Rolle spielten.\u00ab<\/p>\n<h4>Eine Personenzahl \u00bbdeutlich unterhalb der 50\u00ab<\/h4>\n<p>Die Eminger-Br\u00fcder aus Johanngeorgenstadt seien ebenfalls bekannt gewesen. Es sei Propaganda des \u00bbSchutzbund Deutschland\u00ab verbreitet worden, dem Maik Eminger angeh\u00f6rt habe und auch mit Schmierereien gegen den Fussballnationalspieler Gerald Asamoah und Aufrufen zum Wahlboykott aufgefallen sei. Weiterhin habe es mit Michael und Antje Probst einen \u00bbInternethandel\u00ab gegeben, der in Aue \u00bbgegen\u00fcber dem Kulturhaus\u00ab angesiedelt gewesen sei. Im Sonnentanz seien unter anderem Thor Steinar-Bekleidung und Tontr\u00e4ger verkauft wurden: \u00bbVergleichbar mit dem Last Resort Shop in Zwickau bzw. dem Ragnar\u00f6k in Mylau\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbRegelm\u00e4\u00dfig\u00ab habe man es in ihrem Einzugsgebiet &#8211; Zwickau, Vogtland und Teilen des Erzgebirges \u2013 mit einer Personenzahl \u00bbdeutlich unterhalb der 50\u00ab zu tun gehabt, erkl\u00e4rt Schmiedel zur Frage nach seiner grunds\u00e4tzlichen Einsch\u00e4tzung zur rechten Szene. Das Fallaufkommen sei \u00bbkeine signifikante Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Sachsen\u00ab gewesen: \u00bbZumindest das was uns bekannt war.\u00ab Mit White Resistance und Blitzkrieg habe es au\u00dferdem einschl\u00e4gige Bands gegeben.<\/p>\n<p>Schmiedel wird nach Schnittmengen zum Rockermilieu gefragt. Das sei eine schwierige Frage, antwortet Schmiedel, damals sei das noch nicht das Thema gewesen, \u00bbwas es sp\u00e4ter geworden ist\u00ab. In Plauen h\u00e4tte es aber \u00dcberschneidungen zur T\u00fcrsteherszene gegeben, au\u00dferdem seien dort \u00bberste Gehversuche\u00ab f\u00fcr Freefight-Veranstaltungen unternommen worden.<\/p>\n<p>Lediglich ein Fall mit Waffenbezug sei ihm in Erinnerung, so der ehemalige Staatsschutzbeamte. Dabei sei es um einen<a href=\"https:\/\/www.endstation-rechts.de\/news\/waffen-und-munition-in-reichenbach-beschlagnahmt.html\"> Reichsb\u00fcrger in Reichenbach<\/a> gegangen. 2005 oder 2006 h\u00e4tte es erste Erkenntnisse dazu gegeben, \u00bbein, zwei Jahre sp\u00e4ter\u00ab seien dann \u00bbumfangreiche Durchsuchungen\u00ab gefolgt.<\/p>\n<p>Auf Nachfrage gibt Schmiedel an, dass er f\u00fcr die laufenden Ermittlungen seit November 2011 nicht hinzugezogen oder befragt worden sei.<\/p>\n<p>Nach 2011 sei die Stadtverwaltung an die Polizei Aue herangetreten, daraufhin habe man der Ortspolizei Hintergr\u00fcnde zum Sonnentanz-Gesch\u00e4ft zugearbeitet. Anlass seien Anwohnernachfragen wegen der hohen Pr\u00e4senz von MedienvertreterInnen gewesen. Der Name Carsten Szczepanski sage Schmiedel \u00bbin diesem Zusammenhang\u00ab nichts.<\/p>\n<h4>Treffen mit dem LfV: Ausnahme bei \u00bbausgesuchten Sachverhalten\u00ab<\/h4>\n<p>Thematisiert wird anschlie\u00dfend ein Treffen vom 2. November 2006 zwischen dem Staatsschutz, vertreten durch Schmiedel und Herrn Andr\u00e4, sowie drei Mitarbeitern des LfV Sachsen. Jedoch \u00e4u\u00dfert Schmiedel Zweifel, ob Angaben hierzu von seiner Aussagegenehmigung gedeckt seien. Auch sein Rechtsbeistand sieht hier begr\u00fcndete Zweifel, dem Vertreter der Staatsregierung gen\u00fcgt, wenn Schmiedel auf Namen der LfV-Beamten verzichtet. Der Sachverhalt sei \u00f6ffentlich bekannt.<a href=\"#fn1\">*<\/a><\/p>\n<p>Auf Nachfrage verweist Schmiedel zun\u00e4chst auf das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdienst, bei \u00bbausgesuchten Sachverhalten\u00ab habe es eine Ausnahme gegeben. Das sei aber von den Beh\u00f6rdenleitern \u00bbabgesichert\u00ab worden. Das Interesse habe \u00bbbeiderseits\u00ab bestanden, sch\u00e4tzt Schmiedel ein. Bei dem Treffen habe es, \u00bb\u00e4hnlich wie hier\u00ab, eine Lageeinsch\u00e4tzung gegeben. Man habe sich gefragt, was f\u00fcr die Kollegen vom LfV interessant sein k\u00f6nnte, die Polizei sei schlie\u00dflich erst bei einer konkreten Gefahr im Gesch\u00e4ft, das LfV k\u00f6nne schon eher t\u00e4tig werden.<\/p>\n<h4>Protokoll: \u00bbDas war so nicht vereinbart.\u00ab<\/h4>\n<p>Dass es von dem Treffen ein Protokoll gibt, habe Schmiedel erstaunt: \u00bbDas war so nicht vereinbart.\u00ab Er habe es erstmals im Zuge seiner Akteneinsicht in Vorbereitung auf die heutige Sitzung gesehen. Prinzipiell habe es \u00bbkein f\u00f6rmliches Protokoll\u00ab des Treffens gegeben. Im Nachgang habe er im Protokoll nichts Falsches entdeckt. Es g\u00e4be \u00bbeinzelne Rechte\u00ab, die er anders in Erinnerung habe als sie im Protokoll dargestellt wurden: \u00bbAber da wurde wohl interpretiert.\u00ab An die Formulierung, dass es in Zwickau den Versuch der Eminger-Br\u00fcder g\u00e4be, eine \u00bbsaubere Kameradschaft\u00ab zu gr\u00fcnden, k\u00f6nne er sich so nicht erinnern. \u00bbAufh\u00e4nger\u00ab, \u00fcber die Emingers zu reden, seien die bereits genannten Schmierereien gewesen. Woher das Zitat der \u00bbsauberen Kameradschaft\u00ab komme, k\u00f6nne Schmiedel nicht mehr rekonstruieren. Erkenntnisse \u00fcber Emingers Pl\u00e4ne zur Gr\u00fcndung einer Kameradschaft, kenne er \u00bbso nicht\u00ab. Schmiedel habe hier \u00bbeher Klose\u00ab im Kopf \u00bbmit dem Freie Kr\u00e4fte-Umfeld\u00ab.<\/p>\n<p>Schmiedels Rechtsbeistand erg\u00e4nzt, dass es sich bei der Bezeichnung \u00bbsaubere Kameradschaft\u00ab im Protokoll nicht zwangsl\u00e4ufig um ein Zitat handeln m\u00fcsse und verweist auf ein h\u00f6chstrichterliches Urteil, nachdem Anf\u00fchrungszeichen auch bei einer \u00bbsinngem\u00e4\u00dfen Wiedergabe\u00ab eingesetzt werden k\u00f6nnen. M\u00f6glicherweise sei das mit der \u00bbsauberen Kameradschaft\u00ab \u00bbmetaphorisch\u00ab gemeint gewesen.<\/p>\n<p>Einen Aktentausch habe es bei dem Treffen nicht gegeben und \u00fcber Ma\u00dfnahmen des LfV sei ebenfalls nicht gesprochen worden. Auch nicht \u00fcber die Operation Grubenlampe: \u00bbDas sagt mir nichts.\u00ab<\/p>\n<p>Nach einer dreiviertel Stunde ist die Befragung beendet.<\/p>\n<p>* <em id=\"fn1\">Das Treffen zwischen Staatsschutz Zwickau und dem LfV Sachsen war bereits im Vorg\u00e4nger-Untersuchungsausschuss Thema, dort wurde Schmiedels Vorgesetzter J\u00fcrgen Georgie vernommen. Im Abschnitt II.2.10 des Abschlussberichts der Fraktionen von Die Linke, SPD und B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen wird die Befragung und die Erkenntnisse der Polizei thematisiert: <a href=\"http:\/\/edas.landtag.sachsen.de\/viewer.aspx?dok_nr=14688&amp;dok_art=Drs&amp;leg_per=5&amp;pos_dok=202&amp;dok_id=undefined\">http:\/\/edas.landtag.sachsen.de\/viewer.aspx?dok_nr=14688&amp;dok_art=Drs&amp;leg_per=5&amp;pos_dok=202&amp;dok_id=undefined<\/a> (ab S.227)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Fahndung nach dem untergetauchten Nazitrio Zeuge Rolf Scheibe, pensionierter Polizeibeamter, LKA Sachsen Zeuge Volker H\u00f6hne, pensionierter Polizeibeamter, LKA Sachsen Heiko Schmiedel, Polizeibeamter, ehemals Leiter des Dezernats Staatsschutz in Chemnitz Der Zeuge Rolf Scheibe hat Werkzeugmacher gelernt, nach dieser Ausbildung sei er dann zur Kriminalpolizei gegangen. Sp\u00e4ter, von 1993 bis 2005, habe er das Dezernat<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/2018\/06\/18\/34-bericht-28-mai-2018\/\" title=\"Read More\">Read More<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":94,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,8],"tags":[61,62,50,49,60],"class_list":{"0":"post-301","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berichte","8":"category-untersuchungsausschuss","9":"tag-bao-bosporus","10":"tag-eg-ceska","11":"tag-fahndung","12":"tag-lka-sachsen","13":"tag-staatsschutz-zwickau"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=301"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":308,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/301\/revisions\/308"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/94"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}