{"id":283,"date":"2018-03-16T15:35:19","date_gmt":"2018-03-16T14:35:19","guid":{"rendered":"http:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/?p=283"},"modified":"2018-03-16T15:35:19","modified_gmt":"2018-03-16T14:35:19","slug":"der-saechsische-untersuchungsausschuss-ein-eindruck-von-studierenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/2018\/03\/16\/der-saechsische-untersuchungsausschuss-ein-eindruck-von-studierenden\/","title":{"rendered":"Der s\u00e4chsische Untersuchungsausschuss \u2013 Ein Eindruck von Studierenden"},"content":{"rendered":"<p><em>Der folgende Text wurde uns freundlicherweise von Sarah Maurer zur Verf\u00fcgung gestellt. NSU Watch Sachsen bedankt sich!<\/em><\/p>\n<p>Am Montag, den 29. Januar 2018, haben wir, eine kleine Gruppe Studierende der TU Chemnitz, der 28. Sitzung des s\u00e4chsischen Untersuchungsausschusses beigewohnt. Das Seminar <a href=\"https:\/\/www.tu-chemnitz.de\/phil\/europastudien\/romanistik\/lehre_und_forschung\/archiv\/ws_2017_2018.php?name=value\">\u201eZwischen Z\u00e4sur, Gras und blinden Flecken: Der NSU-Komplex und dessen Aufarbeitung in Deutschland\u201c<\/a> hat uns im vergangenen Semester die M\u00f6glichkeit geboten, sich mit dem umfangreichen Themenfeld des NSU-Komplexes auseinander zu setzen.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Seminarteilnehmer_innen brachte wenig Vorwissen mit, einige Beitr\u00e4ge der Medien waren bekannt. Dank unserer Dozentin Jane Viola Felber (die u.a. das Theatertreffen <a href=\"http:\/\/unentdeckte-nachbarn.de\/\">\u201eUnentdeckte Nachbarn\u201c<\/a> zur Aufarbeitung der NSU-Verbrechen in Chemnitz\/Zwickau organisierte), hatten wir nach wenigen Sitzungen einen grundlegenden \u00dcberblick \u00fcber die wichtigsten Geschehnisse sowie die aktuelle Lage der Aufarbeitung in Deutschland.<\/p>\n<p>Um nicht nur bei der Theorie zu bleiben, entschieden wir uns f\u00fcr eine Exkursion zu einer Sitzung des s\u00e4chsischen Untersuchungsausschusses im Dresdner Landtag. Zu unserer \u00dcberraschung waren wir \u2013 neben NSU Watch Sachsen \u2013 die einzigen G\u00e4ste im Raum. Nachdem wir unsere Pl\u00e4tze einnehmen durften und der offizielle Teil der ersten Zeugenbefragung begonnen hatte, wurde unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf Mitglieder des Ausschusses gelenkt, die erst mit voranschreitender Zeit im Raum eintrafen. Es schien vollkommen unproblematisch und selbstverst\u00e4ndlich, zun\u00e4chst seine Sitznachbarn zu begr\u00fc\u00dfen, in Ruhe auszupacken und sich bei Bedarf mit Kaffee und Keksen zu versorgen. Die Smartphones der Mitglieder verlangten scheinbar deren Aufmerksamkeit und manch einer lie\u00df es sich nicht nehmen, interessante Informationen auch mit den Nachbarn zu teilen. Dieses Bild bot sich erneut nach der Mittagspause, als die letzte Befragung des Tages stattfand. Bei uns entstand der Eindruck allgemeinen Desinteresses, zumindest bei einem Teil der Mitglieder des Ausschusses.<\/p>\n<p>Diejenigen Mitglieder, die an diesem Tag Fragen an die Geladenen richteten, wirkten, bis auf vereinzelte Ausnahmen, vorbereitet und aufmerksam w\u00e4hrend der Befragung, sodass einige Themen vertieft werden konnten. Nicht ersichtlich f\u00fcr uns G\u00e4ste war allerdings, weshalb beispielsweise bei Widerspr\u00fcchen in den Zeugenaussagen oder augenscheinlichem Zur\u00fcckhalten von Informationen keine zus\u00e4tzlichen Fragen gestellt wurden, soll die ganze Untersuchung doch zur \u201eWahrheitsfindung\u201c beitragen.<\/p>\n<p>Auch im weiteren Verlauf der Sitzung schienen nicht alle Beteiligten mit dem n\u00f6tigen Ernst und Respekt bei der Sache zu sein. Sei es wiederholtes Kopfsch\u00fctteln und Grimassen, wenn sich eine Zeugin nicht mehr an gefragte Sachverhalte erinnerte, oder unangebrachte Kommentare, als es um die Frage nach aufgesuchten Frauen\u00e4rzten im Rahmen der Fahndung nach dem Kerntrio des NSU ging.<\/p>\n<p>Dass es nicht einfach ist, sich auf ca. 20 Jahre alte Erlebnisse zu konzentrieren, ist verst\u00e4ndlich. Au\u00dferdem verm\u00f6gen wir als Au\u00dfenstehende nicht zu sagen, an welchen Stellen mehr Erinnerung vorhanden war, als von den Befragten preisgegeben wurde. In einem Rahmen, wie wir ihn an diesem Tag im Dresdner Landtag miterlebt haben, wird es den Zeuginnen und Zeugen allerdings auch nicht einfach gemacht, die n\u00f6tige Konzentration und ein gewisses Vertrauen gegen\u00fcber dem Untersuchungsausschuss aufzubringen, um ihre Erinnerungen zu teilen.<\/p>\n<p><em>Die Zeugen\/innenvernehmungen im Rahmen des Untersuchungsausschuss sind grunds\u00e4tzlich \u00f6ffentlich. F\u00fcr den Einlass in das Landtagsgeb\u00e4ude gen\u00fcgt ein g\u00fcltiger Personalausweis oder ein Reisepass.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Text wurde uns freundlicherweise von Sarah Maurer zur Verf\u00fcgung gestellt. NSU Watch Sachsen bedankt sich! Am Montag, den 29. Januar 2018, haben wir, eine kleine Gruppe Studierende der TU Chemnitz, der 28. Sitzung des s\u00e4chsischen Untersuchungsausschusses beigewohnt. 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