{"id":274,"date":"2018-02-20T14:29:46","date_gmt":"2018-02-20T13:29:46","guid":{"rendered":"http:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/?p=274"},"modified":"2018-02-20T14:29:46","modified_gmt":"2018-02-20T13:29:46","slug":"bericht-28-sitzung-29-januar-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/2018\/02\/20\/bericht-28-sitzung-29-januar-2018\/","title":{"rendered":"Bericht 28. Sitzung &#8211; 29. Januar 2018"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Thema: Fahndung nach dem untergetauchten Nazitrio<\/li>\n<li><a href=\"#zins\">Zeugin Kathrin Zinserling (vormals Lange)<\/a>, LKA Th\u00fcringen<\/li>\n<li><a href=\"#oswa\">Zeugin Grit Oswald<\/a>, LKA Th\u00fcringen<\/li>\n<li><a href=\"#schi\">Zeuge Georg Schirrmacher<\/a>, LKA Th\u00fcringen<\/li>\n<\/ul>\n<h4 id=\"zins\">Katrin Zinserling: \u00dcberpr\u00fcfung Chemnitzer Adressen<\/h4>\n<p>Erste Zeugin des heutigen Tages ist Kathrin Zinserling (vormals Lange), die seit 1996 beim LKA Th\u00fcringen t\u00e4tigt ist und dort seit April 1997 in der Abteilung Zielfahndung. Da, erkl\u00e4rt sie zu Beginn, sei sie bis 2000 gewesen, um anschlie\u00dfend in die Abteilung Rechtshilfe zu wechseln. Erst sp\u00e4ter in der Befragung und auf ausdr\u00fcckliche Nachfrage r\u00e4umt die Zeugin ein, dass sie von 2003 bis 2007 im Th\u00fcringer Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz gearbeitet hat. Sie best\u00e4tigt, dass sie dort in der Observationsgruppe gearbeitet habe. Bemerkenswert sind auch die Angaben der Zeugin zur Vorbereitung auf die heutige Vernehmung: Sie erkl\u00e4rt, dass sie mit ihrem ehemaligen Vorgesetzten \u00bbKollege Wunderlich\u00ab gesprochen habe und mit den anderen heute geladenen Zeugen\/innen.<\/p>\n<p>Zur Sache erl\u00e4utert Zinserling zun\u00e4chst, dass die Zielfahndung im Januar 1998 die Suche nach B\u00f6hnhardt, Mundlos und Zsch\u00e4pe \u00fcbernommen habe. Dabei seien auch Adressen in Chemnitz \u00bbabgepr\u00fcft\u00ab worden. An mehr Details der Fahndung k\u00f6nne sie sich jedoch nicht erinnern, die Abgeordneten sollen ihr deswegen besser Fragen stellen.<\/p>\n<h4>Starke und B\u00f6hnhardt: \u00bbUnterschiedliche Meinungen\u00ab<\/h4>\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rt sie dann, dass es bei der \u00dcberpr\u00fcfungen in Chemnitz um drei Personen, \u00bbdrei Rechtsradikale\u00ab gegangen sei, bei denen vermutet worden sei, sie h\u00e4tten Kontakt zu B\u00f6hnhardt, Mundlos und Zsch\u00e4pe. Woher diese Hinweise stammten, wisse sie nicht mehr. Eine Adresse habe zu Thomas Starke geh\u00f6rt. Der sei dort aber nicht mehr aufzufinden gewesen, man habe daraufhin die Nachbarn befragt. Einer habe berichtet, dass B\u00f6hnhardt \u00bb\u00f6fter da gewesen\u00ab sei. Starke, so die Zielfahnderin, sei dann in Dresden ausgemacht und befragt worden. Sie sei dazu mit dem Kollegen <a href=\"#ihli\">Ihling*<\/a> ein zweites Mal nach Sachsen gefahren. Starke habe erkl\u00e4rt, dass er B\u00f6hnhardt getroffen habe, aber sie h\u00e4tten \u00bbunterschiedliche Meinungen\u00ab gehabt, so die Angabe von Starke gegen\u00fcber den Beamten. Starke habe eher die rechte Musikszene interessiert, B\u00f6hnhardt \u00bbeher anderes\u00ab. Das letzte Mal h\u00e4tten sie sich im Januar 1998 gesehen.<\/p>\n<p>An die zweite in Chemnitz aufgesuchte Person, k\u00f6nne sie sich nicht mehr erinnern, so Zinserling. Die dritte Person habe \u2013 ihren eigenen Angaben zu folge \u2013 keinen Kontakt zu den drei Gesuchten gehabt.<\/p>\n<h4>Beweismittel aus Garage: \u00bbF\u00fcr Zielfahndung unerheblich\u00ab<\/h4>\n<p>Die Zeugin macht deutlich, dass es gegen B\u00f6hnhardt, Mundlos und Zsch\u00e4pe nie einen Zielfahndungs-Auftrag gegeben habe, sondern nur eine einfache Fahndung. Man habe die Dienststelle in Jena bei der Suche unterst\u00fctzt. Welche Konsequenzen es hat, wenn eine Fahndung statt einer Zielfahndung durchgef\u00fchrt wird, kann die Zeugin nicht erkl\u00e4ren. In entsprechende Absprachen mit den Dienststellen sei sie \u00bbnicht involviert\u00ab gewesen. \u00bbVermutlich\u00ab, so die Zeugin, \u00bbdamit keine Informationen nach au\u00dfen dringen.\u00ab Auff\u00e4llig sei aber gewesen, dass ihre Abteilung immer nur t\u00e4tig geworden sei, wenn es neue Hinweise gab. Wenn man nicht weitergekommen sei, habe man aufgeh\u00f6rt. Dann sei \u00bbeine Zeit lang Ruhe\u00ab gewesen. \u00bbNein\u00ab, antwortet die Zeugin auf die Frage, ob das so \u00fcblich sei.<\/p>\n<p>Zinserling best\u00e4tigt, dass das sichergestellte Material aus der Garagendurchsuchung in Jena zur Verf\u00fcgung gestanden habe. Jedoch sei das \u00bbf\u00fcr die Zielfahndung unerheblich\u00ab gewesen, die Auswertung obliege \u00bbder sachbearbeitenden Dienststelle\u00ab. Grunds\u00e4tzlich habe sie nur die Informationen bekommen, \u00bbdie n\u00f6tig waren\u00ab.<\/p>\n<h4>Absprachen: \u00bbWir hatten da kein Mitspracherecht.\u00ab<\/h4>\n<p>Vage bleibt die Erinnerung der Zeugin auch bei der Frage nach Beteiligung an Observationen des Verfassungsschutzes. Zinserling wei\u00df noch von einer Observation in Th\u00fcringen, wo die Zielfahndung mit dem Verfassungsschutz zusammengearbeitet habe. Details wisse sie aber keine mehr. Der Verfassungsschutz habe aber eine Rolle gespielt, erinnert sie sich. Im Team habe die Vermutung im Raum gestanden, der Verfassungsschutz sch\u00fctze das Trio. Insbesondere der Kollege Wunderlich sei &#8220;immer&#8221; der Meinung gewesen, das LfV Th\u00fcringen wisse, wo sich die Drei aufhalten.<\/p>\n<p>Bei der Suche nach dem untergetauchten Trio sei auch Telekommunikations\u00fcberwachung (TK\u00dc) eingesetzt worden, berichtet die Polizeibeamtin. Allerdings seien davon \u00bbmeines Erachtens keine Protokolle\u00ab gefertigt worden. Das sei \u00fcblich gewesen, weil es der Zielfahndung nur um den \u00bbFahndungspart\u00ab gegangen sei, also darum wie die Zielperson aufzufinden sei: \u00bbBeweiserhebung ist g\u00e4nzlich unrelevant.\u00ab<\/p>\n<p>Allgemein zur Arbeit der Zielfahndung erkl\u00e4rt die Zeugin, dass die Kollegen Wunderlich und Ihling f\u00fcr alle Absprachen zust\u00e4ndig gewesen seien: \u00bbWir hatten da kein Mitspracherecht.\u00ab Als sie dazukam, h\u00e4tten neben ihren beiden Vorgesetzten zwei weitere Beamte dort gearbeitet, sp\u00e4ter sei noch eine Kollegin dazugekommen. Es habe sich um einen \u00bbrecht kleinen Trupp\u00ab gehandelt, der Auftr\u00e4ge von den Dienststellen bekommen habe. Die Zeugin wird gefragt, wieviele F\u00e4lle zeitgleich bearbeitet wurden: \u00bbZwei, drei \u2013 dann w\u00e4ren es viele.\u00ab Eine Priorisierung der F\u00e4lle habe es nicht gegeben, alle seien gleich behandelt worden.<\/p>\n<p>Im Falle einer neuen Fahndung habe man bundesweit die Dienststellen informiert, anschlie\u00dfend habe man sich vor allem auf das pers\u00f6nliche Umfeld der Gesuchten konzentriert. Die Frage sei gewesen, wo die gesuchten Personen \u00bbihre Schwerpunkte\u00ab hatten. Ein Ansatzpunkt sei au\u00dferdem oft eine TK\u00dc gewesen, die gegebenfalls richterlich beantragt worden sei.<\/p>\n<p>In der Hierarchie habe Holger Ihling, \u00bbein alter Hase, der schon zu DDR-Zeiten bei der Fahndung war\u00ab, als Sachbereichsleiter ganz oben gestanden. Sven Wunderlich sei der Stellvertreter gewesen, dann folgte \u00bbHerr Schirrmacher\u00ab. Man sei aber als Team unterwegs gewesen und habe sich in die Aufgaben \u00bbreingeteilt\u00ab, erkl\u00e4rt die Zeugin.<\/p>\n<p>Nach 45 Minuten wird die Zeugin entlassen.<\/p>\n<h4 id=\"oswa\">Grit Oswald: Frauen\u00e4rzte in Chemnitz aufgesucht<\/h4>\n<p>Die zweite Zeugin in der heutigen Sitzung ist Grit Oswald. Die Polizeiobermeisterin war von 1998 bis 2004 Mitarbeiterin der Zielfahndung des LKA Th\u00fcringen, wo sie nach eigener Aussage vor allem TK\u00dc-Ma\u00dfnahmen betreut hat. Zur Vorbereitung auf die heutige Vernehmung habe sie im LKA Th\u00fcringen Akteneinsicht in insgesamt 24 B\u00e4nde erhalten, gezeigt worden seien ihr die Stellen, wo ihr Name auftaucht. Gleich die erste Frage nach dem allgemeinen Ablauf einer TK\u00dc will die Zeugin mit Verweis auf ihre Aussagegenehmigung nicht beantworten. Der Ausschussvorsitzende macht jedoch deutlich, dass die Zeugin dazu schon aussagen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Zur konkreten Fahndung nach B\u00f6hnhardt, Mundlos und Zsch\u00e4pe k\u00f6nne die Beamtin jedoch kaum Konkretes erinnern. Sie berichtet von einer Ma\u00dfnahme in Chemnitz, bei der \u00bbeine Vielzahl von Frauen\u00e4rzten\u00ab aufgesucht worden sei. Ziel sei es gewesen, Beate Zsch\u00e4pe ausfindig zu machen, weil sich f\u00fcr sie die Frage der Verh\u00fctung gestellt habe und es die Pille nur auf Rezept gab. Sie seien insgesamt vier Beamte gewesen und h\u00e4tten zwei Teams gebildet. Oswald gibt an mit Sven Wunderlich, ihrem Chef, unterwegs gewesen zu sein. Sie h\u00e4tten alle Praxen angefahren, die im Telefonbuch standen. Den \u00bbAufnahmeschwestern\u00ab sei dann eine Schwarzwei\u00dffoto von Zsch\u00e4pe vorgelegt worden. Au\u00dferdem sei geschaut worden, ob Zsch\u00e4pes Name in der Patientendatenbank auftauche. Ob hierf\u00fcr ein richterlicher Beschluss vorgelegen habe, wisse die Beamtin nicht mehr. Die Aktion habe mehrere Stunden gedauert, sei jedoch nicht erfolgreich verlaufen.<\/p>\n<h4>TK\u00dc verschriftet? \u00bbAuf keinen Fall alles.\u00ab<\/h4>\n<p>Oswald berichtet auch von TK\u00dc-Ma\u00dfnahmen im Zusammenhang mit der Fahndung. Sie h\u00e4tte Teile davon verschriftet, aber: \u00bbAuf keinen Fall alles.\u00ab Was sie aufgeschrieben habe, k\u00f6nne sie heute nicht mehr erinnern.<\/p>\n<p>Die Ermittlerin best\u00e4tigt, dass im vorliegenden Fall keine Zielfahndung, sondern, \u00bbsoweit ich wei\u00df\u00ab, nur eine Fahndung. Die Fahndungsans\u00e4tze seien dieselben. Der Unterschied sei, dass f\u00fcr eine Zielfahndung Kriterien gesetzlich festgelegt seien. Bei einer Fahndung sei die Abteilung nur unterst\u00fctzend t\u00e4tig. Im konkreten Fall, \u00bbsoweit ich wei\u00df\u00ab, f\u00fcr Jena, so die Beamtin.<\/p>\n<h4>Befehlsempf\u00e4nger<\/h4>\n<p>Auf Nachfrage berichtet die Zeugin \u00fcber die Arbeit in der Zielfahndung. Insgesamt seien sie zu f\u00fcnft gewesen. Sie selbst sei, wie ihre Kollegin, Mitarbeiterin der Abteilung und habe letztlich \u00bbBefehle von den Chefs empfangen.\u00ab Weisungsbefugter Vorgesetzer sei J\u00fcrgen Ihling gewesen und dessen Stellvertreter Sven Wunderlich. Beide h\u00e4tten die Akte gef\u00fchrt und seien auch f\u00fcr die Absprachen mit anderen Dienststellen verantwortlich gewesen. Sie selbst, erkl\u00e4rt die Zeugin, habe \u00fcberwiegend TK\u00dc-Ma\u00dfnahmen betreut. Bei Eins\u00e4tzen seien dann aber alle \u00bbrausgefahren\u00ab.<\/p>\n<p>Oft kann die Zeugin in der einst\u00fcndigen Befragung auf Fragen keine Antworten geben. Sie erkl\u00e4rt, dass sie nicht mutma\u00dfen wolle, sie bei Fragen zum Vorgehen nicht einbezogen gewesen sei und sie vieles nicht wisse bzw. erinnern k\u00f6nne. Oswald wurde bereits von der <a href=\"https:\/\/www.thueringen.de\/imperia\/md\/content\/tim\/veranstaltungen\/120515_schaefer_gutachten.pdf\">Sch\u00e4ferkommission<\/a> vernommen.<\/p>\n<h4 id=\"schi\">Gr\u00fcnde f\u00fcr Fahndungsende? \u00bbKann ich nicht sagen\u00ab<\/h4>\n<p>Als Drittes nimmt der mittlerweile pensionierte Polizeibeamte Georg Schirrmacher im Zeugenstand Platz. Er sei zehn Jahre bei der Zielfahndung des LKA Th\u00fcringen gewesen, erkl\u00e4rt er und: \u00bbIm Prinzip k\u00f6nnte sofort gefragt werden\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbWir waren mit der Fahndung nach den drei Straft\u00e4tern beauftragt\u00ab, erkl\u00e4rt der Zeuge dann auf Nachfrage. Die Ermittler h\u00e4tten aber den Eindruck gehabt, dass sie den Dreien \u00bbnicht habhaft werden.\u00ab Und weiter: \u00bbWir haben nur unterst\u00fctzend gearbeitet\u00ab, deswegen habe es \u00bbin dem Sinne\u00ab keine Zielfahndung gegeben. Und dann sei ihnen mitgeteilt wurden, dass die Abteilung \u00bbnicht mehr beteiligt\u00ab und die Fahndung \u00bbeingestellt\u00ab werde. \u00bbAndere Leute\u00ab sollten sich um die Sache \u00bbk\u00fcmmern, so der Beamte: \u00bbDie Gr\u00fcnde kann ich nicht sagen.\u00ab Die Antwort sei nicht von seiner Aussagegenehmigung gedeckt, erkl\u00e4rt er auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden. Sp\u00e4ter betont Schirrmacher auf eine \u00e4hnliche Frage, dass er nichts verkehrtes sagen m\u00f6chte und erg\u00e4nzt, es habe \u00bbkeinen Ansatz\u00ab mehr gegeben.<\/p>\n<p>Bei der Fahndung habe es \u00bbabsolut keine Anhaltspunkte\u00ab gegeben, wo die drei Gesuchten sein k\u00f6nnten. \u00bbVielmals\u00ab seien die Ermittler ins Leere gelaufen, man habe Familienangeh\u00f6rige \u00fcberwacht, sei aber \u00bbnie auf der richtigen Spur gewesen\u00ab. Das sei \u00bbeine Besonderheit\u00ab gewesen, so Schirrmacher. Der Fall sei \u00bbwie jeder andere Fall\u00ab intensiv bearbeitet worden. Das was im Rahmen der TK\u00dc-Ma\u00dfnahmen \u00bbrelevant\u00ab erschien, sei zu den Akten genommen worden. Den Auftrag habe die Kriminalpolizeiinspektion Jena erteilt, f\u00fcr sie habe man \u00bbden Fahndungspart\u00ab \u00fcbernommen. Einen Zielfahndungsauftrag habe es nicht gegeben, die Zielfahndung sei \u00bbintensiver\u00ab, bei der allgemeinen Fahndung seien aber mehr Leute involviert.<\/p>\n<h4>Funde aus der Garage: \u00bbGesehen haben wir die Dinge nicht.\u00ab<\/h4>\n<p>Insgesamt seien sie 1998 \u00bbf\u00fcnf Mann, drei M\u00e4nner und zwei Frauen\u00ab bei der Zielfahndung gewesen. Leiter sei \u00bbHerr Ihling\u00ab gewesen, Stellvertreter \u00bbHerr Wunderlich\u00ab, dessen Stellvertreter\u00a0 \u00bbHerr Schirrmacher\u00ab, also er selbst, gewesen: \u00bbDas war allgemein bekannt.\u00ab Er best\u00e4tigt au\u00dferdem, dass sein Spitzname \u00bbRakete\u00ab gelautet habe.<\/p>\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rt der Zeuge, dass die Beweismittel aus der Garage nicht vorgelegen h\u00e4tten: \u00bbWir wu\u00dften was aufgefunden wurde, gesehen haben wir die Dinge nicht.\u00ab Dass sein Chef Wunderlich versucht habe die Lebenspartnerin von Ralf Wohleben als Informantin zu werben, davon wisse er nichts. Auch von Versuchen in Sachsen Informanten anzuwerben, wisse er nichts. Er habe aber viele Sachen nicht mitbekommen, die \u00bbin der oberen Ebene\u00ab, also auf Ebene der Abteilungs- und Dezernatsleiter, entschieden wurden. Das sei ihnen nicht \u00fcbermittelt worden: \u00bbWir, ich und die zwei Damen, haben nicht viel mitbekommen.\u00ab Entsprechend lautet die Antwort auf viele Fragen, dass er diese nicht beantworten k\u00f6nne. Schirrmacher verweist oft auf die \u00bbHierarchie\u00ab, obwohl er als Stellvertreter Wunderlichs selbst Teil davon war. Das betrifft insbesondere Fragen zur Zusammenarbeit mit anderen (Ermittlungs-)beh\u00f6rden und die Weitergabe von Informationen.<\/p>\n<p>Schirrmacher best\u00e4tigt, dass er an einem Treffen in Chemnitz teilgenommen habe, bei dem es \u00bbum spezifische Dinge\u00ab gegangen sei: \u00bbFahndungst\u00e4tigkeit, wahrscheinlich Observationst\u00e4tigkeiten\u00ab. Die Frage sei gewesen, \u00bbob wir an Ma\u00dfnahmen beteiligt werden m\u00f6chten oder nicht.\u00ab<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung auf die heutige Vernehmung habe er Akteneinsicht erhalten. Ein LKA-Beamter habe aus 24 Aktenb\u00e4nden die Bl\u00e4tter vorgelegt, wo der Zeuge beteiligt gewesen sein soll. Er habe nicht die M\u00f6glichkeit gehabt, die gesamte Akte zu sichten, erkl\u00e4rt Schirrmacher. Dabei seien auch seine beiden ehemaligen Kolleginnen gewesen. Mit Frau Zinserling sei er zudem zusammen angereist, man habe sich aber nur \u00fcber Urlaubserlebnisse ausgetauscht.<\/p>\n<p>Schirrmacher wurde au\u00dferdem bereits vom Th\u00fcringer Untersuchungsausschuss befragt. Bei der dortigen Befragung ist er noch vom Vorliegen eines Zielfahndungsauftrags ausgegangen. In Bezug auf das Trio habe sogar die Annahme bestanden, dass die etwas \u00bbGr\u00f6\u00dferes\u00ab geplant h\u00e4tten. Heute wu\u00dfte Schirrmacher davon nichts mehr. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr eine Besprechung beim LKA Sachsen im Juni 1999. In Th\u00fcringen f\u00fchrte er dazu aus, dass Anlass daf\u00fcr wohl die Erkenntnis gewesen sei, dass sich B\u00f6hnhardt &amp; Mundlos in einer Wohnung aufgehalten haben sollen. Erw\u00e4hnt hat das der Zeuge heute nicht.<\/p>\n<p><em id=\"ihli\">* Der Abteilungsleiter der Zielfahndung J\u00fcrgen Ihling ist verstorben und kann nicht mehr befragt werden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Fahndung nach dem untergetauchten Nazitrio Zeugin Kathrin Zinserling (vormals Lange), LKA Th\u00fcringen Zeugin Grit Oswald, LKA Th\u00fcringen Zeuge Georg Schirrmacher, LKA Th\u00fcringen Katrin Zinserling: \u00dcberpr\u00fcfung Chemnitzer Adressen Erste Zeugin des heutigen Tages ist Kathrin Zinserling (vormals Lange), die seit 1996 beim LKA Th\u00fcringen t\u00e4tigt ist und dort seit April 1997 in der Abteilung Zielfahndung.<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/2018\/02\/20\/bericht-28-sitzung-29-januar-2018\/\" title=\"Read More\">Read More<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":92,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,8],"tags":[50,49,51,54],"class_list":{"0":"post-274","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berichte","8":"category-untersuchungsausschuss","9":"tag-fahndung","10":"tag-lka-sachsen","11":"tag-lka-thueringen","12":"tag-verfassungssschutz"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":275,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274\/revisions\/275"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}