{"id":206,"date":"2017-04-20T12:27:45","date_gmt":"2017-04-20T10:27:45","guid":{"rendered":"http:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/?p=206"},"modified":"2017-04-20T12:27:45","modified_gmt":"2017-04-20T10:27:45","slug":"bericht-18-sitzung-7-april-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sachsen.nsu-watch.info\/index.php\/2017\/04\/20\/bericht-18-sitzung-7-april-2017\/","title":{"rendered":"Bericht 18. Sitzung &#8211; 7. April 2017"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Thema: Raub\u00fcberf\u00e4lle des NSU in Zwickau und Chemnitz<\/li>\n<li>Zeuge Thomas Otto, Kriminalbeamter<\/li>\n<li>Zeuge Volker Flemig, Kriminalbeamter<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der erste Zeuge der heutigen Sitzung ist Thomas Otto, der seit 1990 bei der Kriminalpolizei in Zwickau arbeitet. Dort war bis 2007 insbesondere mit Raubstraftaten befasst und bildete mit dem heute ebenfalls geladenen Volker Flemig ein Team.<\/p>\n<p>Er berichtet zun\u00e4chst zu drei \u00dcberf\u00e4llen in Zwickau im Jahr 2001, 2002 und 2006 auf Post- und Sparkassenfilialen. Bei diesen habe es Parallelen zu Bank\u00fcberf\u00e4llen in Chemnitz gegeben, weswegen man eng mit den Kollegen aus Chemnitz zusammengearbeitet habe. Insbesondere der Kollege Merten sei ihm in Erinnerung geblieben, so Otto. Die Taten habe man einer Raubserie zugeordnet, ebenso die Ende 2006 und Anfang 2007 ver\u00fcbten Raub\u00fcberf\u00e4lle auf eine Bankfiliale in Stralsund. Anhaltspunkte daf\u00fcr habe die verwendete Kleidung geboten, die Vorgehensweise und die Handhabung der Waffen. Die T\u00e4ter habe man wegen der zur Vermummung verwendeten Bandana-T\u00fccher \u00bbBali-Bande\u00ab genannt.<\/p>\n<p><strong>Kennzeichen: Besondere Art von Brutalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die Raubserie sei \u00bbdurch eine besondere Art von Brutalit\u00e4t gekennzeichnet\u00ab gewesen. Die T\u00e4ter seien \u00bbrichtig zur Sache\u00ab gegangen. Sie h\u00e4tten den Schaltertresen \u00fcbersprungen, au\u00dferdem seien Angestellte wiederholt mit Reizgas attackiert worden. Beim \u00dcberfall 2006 in Zwickau scho\u00df der in diesem Fall allein agierende T\u00e4ter einem Sparkassenazubi in den Bauch. Gefragt nach dem Umgang mit dem Gesch\u00e4digten sagt der Zeuge, dass Opferschutz- und F\u00fcrsorgema\u00dfnahmen damals noch nicht so \u00bbhoch angebunden\u00ab gewesen seien. F\u00fcr ihn als Kriminalisten spiele die Verletzung \u00bbkeine Rolle\u00ab, ihm sei daran gelegen, den T\u00e4ter zu finden. Der Einsatz von Reizgas \u00e4ndere die Strafrechtsnorm nach der verurteilt werde, aber nichts bei der Ermittlungsarbeit.<\/p>\n<p><strong>\u00bbDas LKA hat vermutlich anderes Zeug zu tun.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Bearbeitung der F\u00e4lle habe man das \u00bbStandardprogramm\u00ab angewendet. Das umfasse die Vernehmung der Gesch\u00e4digten, die Tatortarbeit und die Umfeldermittlungen. Dar\u00fcberhinaus habe es Ringalarmfahndungen nach den einzelnen \u00dcberf\u00e4llen gegeben, bei den Fahrzeuglisten erstellt worden seien. Zumindest geh\u00f6re das \u00bbeigentlich mit zum Programm\u00ab, so der Zeuge. Trotz \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u00fcber die MDR-Sendung \u00bbKripo live\u00ab, sp\u00e4ter auch \u00fcber \u00bbAktenzeichen xy\u2026 ungel\u00f6st\u00ab habe es keine Hinweise auf die T\u00e4ter gegeben. Es habe an Wiedererkennungszeugen, \u00fcberhaupt an Spuren gefehlt. F\u00fcr Otto seien die Verfahren \u00bberfolglos ausermittelt\u00ab gewesen. Deswegen habe man sie dann an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Eine Abgabe an das LKA Sachsen sei f\u00fcr ihn nicht n\u00f6tig gewesen: \u00bbDas LKA hat vermutlich anderes Zeug zu tun.\u00ab Hinzu k\u00e4me: \u00bbwir haben doch schon ganz eng\u00ab mit den Kollegen zusammengearbeitet, die etwa in Stralsund ermittelt haben.<\/p>\n<p><strong>Hinweise auf eine dritte Person?<\/strong><\/p>\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rt er, dass er sich an eine Begegebenheit erinnern kann, bei der eine weibliche Person \u00bbin Erscheinung getreten\u00ab sei. Das sei beim \u00dcberfall auf die Sparkasse in Zwickau-Auerbach gewesen. Der Zeuge bringt die Frau in Zusammenhang mit einem Transporter, \u00bbes k\u00f6nnte auch ein Wohnmobil gewesen sein\u00ab, zu dem aber nie Typ oder Kennzeichen h\u00e4tte festgestellt werden k\u00f6nnen. Genauer k\u00f6nne sich Otto aber im Moment nicht erinnern, es m\u00fcsse aber in den Akten stehen.<\/p>\n<p>Er erinnert sich auch, dass bei einem Raub im Jahr 2001 ein Fahrrad \u00bbeine Rolle\u00ab gespielt habe. Man habe es an einer Hauswand gefunden, sichergestellt und auf Spuren untersucht, jedoch ohne Ergebnis. Man habe schon gedacht, da m\u00fcssten doch \u00bbnormalerweise\u00ab Spuren \u00bbdran sein\u00ab. Aber es g\u00e4be \u00bbrelativ h\u00e4ufig\u00ab solche negativen Ergebnisse.<\/p>\n<p><strong>Ralf Marschner: \u00bbDen hab ich eingesperrt\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Erinnerungen hat der Kriminalist auch an Ralf Marschner. \u00bbSelbstverst\u00e4ndlich\u00ab wisse er, wer das sei, so Otto, schlie\u00dflich habe er \u00bbden\u00ab als junger Beamter eingesperrt. Dass der \u00bbrechts\u00ab sei, \u00bbdas war klar.\u00ab Damals ging es aber um einen Raub am Neumarkt in Zwickau, der aber nicht in Zusammenhang mit den Bank\u00fcberf\u00e4llen gestanden habe.<\/p>\n<p>Nicht erinnern kann sich der Zeuge an die Vernichtung von Asservaten bez\u00fcglich des Raubes 2001. In der gesamten Untersuchung habe es keinen Kontakt zum Staatsschutz gegeben. Vom NSU habe er erst mit dessen Auffliegen erfahren. Von untergetauchten Nazis habe er \u00bbdefinitiv\u00ab nichts gewu\u00dft.<\/p>\n<p>Ab 2007 sei er, so berichtet der Zeuge, nicht mehr mit der Raubserie befasst gewesen, daran habe sich auch nach der Zuordnung der Raubserie zum NSU im November 2011 nichts ge\u00e4ndert. Noch einmal deswegen befragt worden sei er bisher nicht. Nach knapp einer Stunde beendet er seine heutige Aussage vor dem Untersuchungsausschuss.<\/p>\n<p><strong>Der zweite Zeuge: Volker Flemig\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes h\u00f6ren die Parlamentarier\/innen den Zuegen Volker Flemig, ebenfalls Kriminalbeamter bei der Polizei Zwickau und dort haupts\u00e4chlich mit Raub und Erpressung befasst. Er verweist zu Beginn seiner Ausf\u00fchrungen darauf, dass es in den 1990er Jahren eine Vielzahl solcher Bank\u00fcberf\u00e4lle gegeben habe und auch viele Mehrfach- und Serient\u00e4ter. Deswegen habe es eine hohe \u00bbPolizeivernetzung\u00ab gegeben und einen starken Austausch von Informationen.<\/p>\n<p>Seit Herbst 1999 sei in Chemnitz eine Serie bestehend aus drei Raub\u00fcberf\u00e4llen erkannt worden, so Flemig. Von der h\u00e4tten \u00bbwir auch in Zwickau\u00ab erfahren. Dieser Serie seien zun\u00e4chst zwei Bank\u00fcberf\u00e4lle in Zwickau 2001 und 2002 zugeordnet worden, da die Beamten \u00bbParallelen\u00ab festellen konnten. Flemig berichtet, dass die Begehungsweise, das \u00dcberwinden der Schalter und der Reizgaseinsatz die Zuordnung erm\u00f6glicht habe. Au\u00dferdem sei ein Linksh\u00e4nder als T\u00e4ter aktiv gewesen und die Beschreibung der T\u00e4ter habe \u00dcbereinstimmungen aufgewiesen. Die gleiche Serie habe sich dann in Chemnitz mit vier weiteren \u00dcberf\u00e4llen fortgesetzt, berichtet der Kriminalbeamte.<\/p>\n<p><strong>Eine Vermutung: Fahrr\u00e4der und Transporter f\u00fcr die Flucht<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2006, setzt Flemig seine Ausf\u00fchrungen fort, habe es dann einen weiteren \u00dcberfall auf eine Sparkasse in Zwickau gegeben, ausgef\u00fchrt diesmal von einem linksh\u00e4ndigen Einzelt\u00e4ter, der zweimal seine Schusswaffe eingesetzt und einen Auszubildenden mit einem Bauchschuss schwer verletzt habe. Beute habe der T\u00e4ter nicht gemacht. Trotz gro\u00dfer Anstrengung und dem zeitweisen Einsatz von drei Hubschraubern h\u00e4tten die Ermittler aber niemanden finden k\u00f6nnen. Auch die nach einem Hinweis auf weggeworfene Gegenst\u00e4nde eingeleitete Suche in einer M\u00fcllsortieranlage blieb ergebnislos. Vermutet h\u00e4tten die Ermittler bereits, dass die T\u00e4ter auf ihrer Flucht Fahrr\u00e4der und einen Transporter einsetzen, da sie nie zur\u00fcckgelassene Fahrr\u00e4der gefunden h\u00e4tten. Konkrete Hinweise h\u00e4tten sich hierzu aber nie ergeben.<\/p>\n<p>Nur einen Monat sp\u00e4ter, im November 2006, sei dann in Stralsund eine Sparkasse \u00fcberfallen worden. Da sei \u00bbwieder das Duo aktiv\u00ab geworden so der Zeuge. Das sei an der \u00bbunverwechselbaren\u00ab Waffenhandhabung zu sehen gewesen. Im Januar 2007 wurde die selbe Sparkasse zum zweiten Mal \u00fcberfallen, auch der \u00dcberfall geh\u00f6rte zur Serie. Dann gab es einen \u00bbSerienabbruch\u00ab, der aber mit der hohen Beute aus den Stralsund-\u00dcberf\u00e4llen erkl\u00e4rbar sei, berichtet Flemig.<\/p>\n<p><strong>Eine \u00bbeinmalige\u00ab Raubserie<\/strong><\/p>\n<p>Erst 2011 in Arnstadt tauchen die T\u00e4ter wieder auf. Das sei nach einer sofortigen R\u00fccksprache mit den Ermittlern vor Ort festgestellt worden. Die Beute bei diesem \u00dcberfall sei mit 17.000 Euro eher gering ausgefallen, weswegen auch Flemig damit gerechnet habe, dass \u00bbzeitnah\u00ab ein n\u00e4chster \u00dcberfall erfolgt, jedoch nicht in der selben Bank, weil die T\u00e4ter dort an einem automatischen \u00bbKassenh\u00e4uschen\u00ab gescheitert seien. Die Ermittler h\u00e4tten daraufhin verschiedene \u00bbEinsatzvarianten\u00ab vorbereitet.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend sch\u00e4tzt Flemig die Raubserie als \u00bbeinmalig\u00ab ein. \u00dcber den Hintergrund der Taten h\u00e4tten sie nur Vermutungen anstellen k\u00f6nnen. Sie h\u00e4tten erwogen es k\u00f6nnten \u00bbAuswanderer\u00ab sein, die nur f\u00fcr die \u00dcberf\u00e4lle nach Deutschland kommen oder Jungunternehmer, die ihre Firma finanzieren, oder T\u00e4ter aus dem Rotlichtmilieu. Dass es \u00bbLogistiktaten\u00ab einer Terrorgruppe waren, sei nicht erkennbar gewesen. Die T\u00e4ter seien \u00bbprofessionell\u00ab gewesen und h\u00e4tten \u00bbgro\u00dfen Wert\u00ab daraufgelegt, keine Spuren zu hinterlassen. Politische Motive bei Raub\u00fcberf\u00e4llen seien laut Flemig \u00bbuntypisch\u00ab und \u00bbungew\u00f6hnlich\u00ab, die Vielzahl der sonst von ihm bearbeiteten F\u00e4lle seien \u00bbnormale Kriminalit\u00e4t\u00ab. Die T\u00e4ter sollen laut Zeugen \u00bbhie\u00dfigen Dialekt\u00ab gesprochen haben, man habe daher auch vermutet, dass sie \u00bbaus dem hie\u00dfigen Bereich\u00ab stammen.<\/p>\n<p><strong>Operative Fallanalyse: ohne Ergebnis<\/strong><\/p>\n<p>Zwischenzeitlich h\u00e4tte sich sein Vorgesetzter auch an das LKA Sachsen gewandt und um eine Operative Fallanalyse gebeten. In Zwickau habe man sich davon \u00bbneue Ermittlungsans\u00e4tze\u00ab erhofft, vor allem Hinweise auf die Pers\u00f6nlichkeit der T\u00e4ter. Das LKA habe aber geantwortet, dass dieser Deliktbereich nicht f\u00fcr eine Fallanalyse geignet sei. \u00dcber die Jahre habe Flemig au\u00dferdem die \u00bbgesamten Meldungen\u00ab zu Bank\u00fcberf\u00e4llen im Bundesgebiet \u00fcberpr\u00fcft und \u00bbabgecheckt\u00ab, ob diese zu \u00bbunserer Serie\u00ab geh\u00f6ren. Das sei eine \u00bbHeidenarbeit\u00ab gewesen. Als sie vom \u00dcberfall in Arnstadt h\u00f6rten, seien sie auf die Ermittler in Th\u00fcringen zugegangen und h\u00e4tten auch eine Zusammenfassung mit den Besonderheiten der Serie zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p><strong>Eisenach-\u00dcberfall: Der rote Faden in der Hand<\/strong><\/p>\n<p>Beim Bank\u00fcberfall in Eisenach am 4. November 2011 seien die T\u00e4ter erneut mit Fahrr\u00e4dern gefl\u00fcchtet. Flemig sei etwa 10 Minuten nach der Tat von der Kripo Gotha informiert worden, dass Personen gesehen worden seien, die Fahrr\u00e4der in ein Wohnmobil mit Vogtland-Kennzeichen geladen h\u00e4tten. Er habe sich gefreut, weil er hoffte nun \u00bbden roten Faden\u00ab in die Hand zu bekommen, der zu den T\u00e4tern f\u00fchrt. Das Wohnmobil sei dann auch entdeckt worden, au\u00dferdem sei Flemig \u00fcber die Sch\u00fcsse, den Brand des Wohnmobils und die beiden Toten in Kenntnis gesetzt worden. Am gleichen Tag \u00bbnoch vor 15 Uhr\u00ab\u00a0 h\u00e4tten sie den Vermieter des Wohnmobils aufgesucht. Der habe Holger Gerlach als Vermieter benannt, au\u00dferdem h\u00e4tten die Kriminalisten die hinterlegte Bargeldkaution zur Spurensicherung beschlagnahmt. Von einer Hausexplosion habe er zwar Notiz genommen, so Flemmig, er sei dann aber erst am 5. November \u00fcber einen m\u00f6glichen Zusammenhang zur Raubserie informiert worden.<\/p>\n<p><strong>Das Wohnmobil: die Verkn\u00fcpfung zur Fr\u00fchlingsstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>Ein Zeuge habe ausgesagt, dass das Wohnmobil in Eisenach zuvor in der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe gestanden habe. Deswegen sei Flemig am Samstag aufs Revier gerufen worden und habe den Auftrag erhalten, den nicht in Mitleidenschaft gezogenen Kellerraum der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe 26 zu durchsuchen. Dort angekommen, erlebte Flemig eine Situation \u00bbwie bei einem Stra\u00dfenfest\u00ab. Viele Anwohner h\u00e4tten vor der Absperrung gestanden und das Geschehen verfolgt. Es habe eine \u00bbV\u00f6lkerwanderung\u00ab zum Brandort gegeben. Die Schutzpolizei habe aber eine Sicherung des Geb\u00e4udes und ein Absperrung der Umgebung gew\u00e4hrleistet. Vor Ort seien au\u00dferdem noch Feuerwehr und THW gewesen. Im Keller h\u00e4tten sie dann eine \u00bbBastlerwerkstatt\u00ab gefunden mit handels\u00fcblichem Werkzeug, sowie Fahrr\u00e4der und Holzbeh\u00e4ltnisse, \u00bbeine Art Aktenkoffer\u00ab, mit einer Einbaum\u00f6glichkeit f\u00fcr Handfeuerwaffen und einem Laserpointer als Zielvorrichtung. Das sei auch alles fotografisch dokumentiert worden. Aufgefallen sei ihm am Keller au\u00dferdem eine Alarmanlage mit Verbindung zur Wohnung des Trios.<\/p>\n<p>Nach der Einsturzsicherung im oberen Bereich des Geb\u00e4udes habe er mit Brandursachenermittler Lenk die Wohnung inspiziert. Dort seien auch noch drei bis vier Feuerwehrleute dabei gewesen, \u00bbSachen zu verr\u00e4umen\u00ab. Die Ma\u00dfnahmen vor Ort seien aber \u00bbgeordnet\u00ab abgelaufen, er habe \u00bbkein Chaos\u00ab festgestellt. Dennoch sei das f\u00fcr Flemig Anlass gewesen, einen PC-Tower sicherzustellen und ins Revier nach Zwickau zu bringen. Bei dem habe er nach R\u00fccksprache mit Staatsanwalt Illing eine Festplattenauswertung beauftragt. In den ausgelesenen Daten habe sich unter anderem ein Internetverlauf befunden.<\/p>\n<p><strong>\u00bbT\u00fccher, die mir nur zu gut bekannt waren\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Flemig habe am Sonntag dann den Mieter der Wohnung in der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe Matthias Dienelt vernommen. Der habe berichtet, dass er in Zwickau erst eine Wohnung in der Polenzstra\u00dfe und sp\u00e4ter dann eine in der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe f\u00fcr \u00bbMax-Florian Burkhardt\u00ab, \u00bbGerry\u00ab und \u00bbLiese\u00ab angemietet habe. Am gleichen Tag habe Flemig das erste Mal die Namen von Uwe B\u00f6hnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zsch\u00e4pe geh\u00f6rt. Dienelt habe nur Zsch\u00e4pe sicher wiedererkannt, was laut Flemig aber am Alter der vorgelegten Bilder gelegen haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen sei Flemig im Rahmen der Ermittlungsgruppe \u00bbFr\u00fchling\u00ab mit der Auswertung weiterer Asservate besch\u00e4ftigt gewesen, darunter \u00bbviele Bekleidungsst\u00fccke\u00ab, etwa \u00bbT\u00fccher, die mir nur zu gut von den Bildern der \u00dcberf\u00e4lle bekannt waren\u00ab, so der Ermittler. Au\u00dferdem habe es Stadtpl\u00e4ne mit Markierungen gegeben.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter sei er wegen seiner Vorkenntnisse zur BAO Trio abgeordnet worden.\u00a0 Dort habe er etwa bei der Durchsuchung und Vernehmung von Thomas Starke (heute: M\u00fcller) mitgewirkt. Der Name Ralf Marschner sage ihm etwas, so der Zeuge auf Nachfrage, er kenne ihn \u00bbals normalen Ganoven\u00ab. Dass Marschner f\u00fcr das Bundesamt f\u00fcr Verfassungschutz als V-Person t\u00e4tig war, habe er vermutlich 2012 erfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Raub\u00fcberf\u00e4lle des NSU in Zwickau und Chemnitz Zeuge Thomas Otto, Kriminalbeamter Zeuge Volker Flemig, Kriminalbeamter Der erste Zeuge der heutigen Sitzung ist Thomas Otto, der seit 1990 bei der Kriminalpolizei in Zwickau arbeitet. Dort war bis 2007 insbesondere mit Raubstraftaten befasst und bildete mit dem heute ebenfalls geladenen Volker Flemig ein Team. 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